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Wenn aus einem Tippfehler ein Flipteller wird: Suchmaschienen-Wahnsinn bei Funstuff.at

Wenn aus einem Tippfehler ein Flipteller wird: Willkommen im Suchmaschienen-Wahnsinn

Du suchst ein lustiges Shirt und findest plötzlich einen „lustigen Schirt mit schwarzem Hummor für Mener“. Herzlichen Glückwunsch, du bist nicht falsch abgebogen, du bist mitten im Internet angekommen.

Bei Funstuff.at gibt es tatsächlich T-Shirts, Hoodies, Sweater, Tassen, Caps und jede Menge Designs rund um Sarkasmus, schwarzen Humor, Party, Tuning, Arbeit, Esoterik, Biker und österreichischen Wahnsinn. Aber heute tun wir so, als hätte unsere Tastatur drei Bier, einen Jägermeister und anschließend noch einen Schlaganfall gehabt. Denn Menschen suchen im Internet nicht immer nach dem, was sie meinen, sondern gelegentlich nach dem, was ihre Finger im letzten Moment daraus gemacht haben.

Du willst ein lustiges T-Shirt. Deine Finger entscheiden sich für „lustiges T Schört“, „lustige Schirts“, „witzige Tschirts“, „lustige Tshört“ oder den seltenen Endgegner „lustiges Tschörd mit Spruch“. Google schaut sich das an, seufzt digital und denkt sich: „Na gut, ich weiß ungefähr, was du Vollpfosten möchtest.“ Genau hier beginnt die wunderbare Welt der Tippfeler, Verzeihung, Tippfähler, also dieser Dinger, bei denen aus einer Suchanfrage plötzlich moderne Lautmalerei wird.

Besonders schön wird es bei Hoodies, diesem englischen Wort, das offenbar seit Jahren um seine Identität kämpft. Da entstehen „Hudies“, „Huddys“, „Hudis“, „Hoody mit Spruch“, „lustiger Hudi für Männer“ und vermutlich irgendwo auch ein „Kaputzenpulli mit schwarzem Hummor“. Der Mensch sucht Kleidung, die Suchmaschine bekommt einen orthografischen Hilferuf. Aber Hauptsache warm.

Auch der Sweater kommt nicht ungeschoren davon. „Sweter“, „Swetter“, „Sweeter“, „Sweiter“ und mein persönlicher Favorit: „lustiger Sweter für Mener mit Spruch“. Wobei „Sweeter“ wenigstens Hoffnung macht, dass man statt eines Pullovers eventuell einen Nachtisch geliefert bekommt. Könnte schlimmer sein.

Fünf Treffer, ganz ohne Flipteller

Wenn du tatsächlich nach Shirts gesucht hast, hier sind fünf reale Antworten.

Bei Tassen mit lustigen Sprüchen wird die Sache endgültig keramisch. Gesucht werden „lustige Tasen“, „Tase mit Spruch“, „Kaffe Tasse lustig“, „Kafehäferl mit Hummor“ oder vermutlich in Österreich auch „lustiges Häferl fürn Hawara“. Und irgendwo interpretiert eine Suchmaschiene verzweifelt, ob der Mensch jetzt Kaffee trinken, jemanden beschenken oder einfach nur die deutsche Sprache beenden möchte.

Dann kommen die Geschenkideen, oder wie das Internet sie nennt: „Geschenk ideen“, „Geschenks Ideen“, „lustige Geschänke“, „witziges Geschenk für Mener“, „Geschenk für Fraun“, „Geburtstags Geschenk lustig“ und „origineles Geschenk für Arbeitskolegen“. Plötzlich wird aus SEO keine Search Engine Optimization mehr, sondern Search Engine Osteopathie. Google versucht, deine Suchanfrage wieder einzurenken.

Häferl, Käps und andere Suchunfälle

Für alle, die beim Tippen schon Richtung Geschenksabteilung abgebogen sind.

Natürlich darf schwarzer Humor nicht fehlen. Oder „schwartzer Hummor“, „schwarzer Humorr“, „schwarzer Humer“, „böser Hummor“, „Sarkassmus“, „Sarkasmus Schört“, „zynischer Hudi“ und „Zynissmus Tshirt“. Wer schwarzen Humor nicht buchstabieren kann, soll schließlich nicht auf schwarzen Humor verzichten müssen. Inklusion beginnt bei der Rechtschreibung.

Funstuff hat dafür ohnehin genug thematische Eskalationsflächen: Sarkasmus und Zynismus, Alkohol und Party, Tuning und Dorfleben, Arbeit und Burnout, Esoterik und Wahnsinn sowie den ganzen Rest zwischen Harley, Halloween und Valentinstag. Oder suchmaschienisch ausgedrückt: „Sarkassmus und Zünismuss“, „Alkohol und Pardy“, „Tunig und Dorf Leben“, „Arbeit und Börnout“, „Esoterick und Wansinn“, „Harley Schört“, „Haloween Hudi“ und „Valentienstag Geschenk für meine Freudin die schon alles hatt“.

Bei Biker-Shirts wird es endgültig international. Da sucht jemand nach „Baiker Shirt“, „Bicker Tschirt“, „Motorrad Schört“, „Harley Hudi“, „Fakersee Bike Wiek“, „Faker See Schirt“, „Europien Bike Wiek Tshirt“ oder „Motorad Tshirt Österreich“. Der Motorradfahrer selbst fährt wahrscheinlich fehlerfrei durch drei Alpenpässe, aber beim Wort „Bike Week“ verliert die Tastatur offenbar den Führerschein.

Auch Österreich-Shirts haben ihre eigene orthografische Gebirgslandschaft. „Östereich Shirt“, „Österreich Schört“, „Austria Tshört“, „lustiges Östereich Geschenk“, „rot weis rot Shirt“ und natürlich das klassische „Austria Tschirt für Mener“. Zwei Weltkriege, zwölf Bundespräsidenten und unzählige Deutschstunden später schreibt immer noch jemand Österreich mit einem R. Das Land wird es verkraften.

Dann hätten wir Party-Shirts und Alkohol-Sprüche, in Suchmaschinenkreisen besser bekannt als „Pardy Shirt“, „Bier Schört“, „Alkohol Tshört lustig“, „Sauf Shirt“, „Festival Hudi“, „Bier Spruch Schirt“ und wahrscheinlich „lustiges Geschenk für Säufer aber nicht böse gemeint“. Letzteres ist weniger Suchbegriff als juristische Absicherung. Sicher ist sicher.

Von Baiker bis Östereich

Biker, Fußball und Eishockey. Orthografie optional, Motiv nicht.

Bei Esoterik und Wahnsinn wird die Rechtschreibung erstaunlicherweise fast schon thematisch passend. „Esotherik Shirt“, „Esoterick Hudi“, „Aura Schört“, „Spiritueles Geschenk“, „Quanten Heilung Tshirt“, „Chakra lustig Shirt“ und „Energetisches T Schört für hochschwingende Menschen“. Wenn das Keyword falsch geschrieben ist, lag es vermutlich an Merkur. Oder an der Tastaturfrequenz.

Und selbstverständlich braucht der moderne Mensch Caps und Accessoires. Also „Capps“, „Käps“, „Caps mit Spruch“, „Aksesoars“, „Accessoirs“, „Accesoires“ und dieses eine Wort, bei dem selbst nüchterne Menschen nach dem dritten Versuch einfach „Zeug“ schreiben. Französisch war vielleicht doch eine Racheaktion.

Jetzt könnte irgendein SEO-Mensch nervös werden und sagen: „Aber Wolfgang, absichtliche Tippfehler sind doch keine saubere Suchmaschienen-Optimirung.“ Korrekt. Moderne Suchmaschinen verstehen viele Tippfehler ohnehin, schlagen Korrekturen vor und versuchen Suchintention statt bloß Buchstabentreue zu erkennen, deshalb wäre stumpfes Keyword-Gestopfe mit Falschschreibungen keine besonders elegante SEO-Strategie. Dieser Beitrag verfolgt allerdings ein höheres Ziel: endlich auch jenen Menschen Content zu liefern, deren rechter Zeigefinger beim Schreiben offensichtlich ein Eigenleben führt.

Denn genau genommen ist das Internet voll mit solchen Suchanfragen. Menschen tippen schnell, am Handy, mit Autokorrektur, ohne Brille, nach zwei Bier oder während sie gleichzeitig versuchen, ein Kind, einen Hund und eine Beziehung zusammenzuhalten. Da wird aus „Geschenkidee“ eben „Geschänk Idee“, aus „Hoodie“ ein „Hudi“ und aus „Tippfehler“ irgendwann der legendäre Flipteller. Niemand weiß, was ein Flipteller ist, aber jetzt will ich einen.

Noch fünf für die Autokorrektur

Falls die Suchmaschiene noch immer nicht verstanden hat, was du wolltest.

Vielleicht sollte Funstuff.at deshalb irgendwann eine eigene Kollektion daraus machen. „Sarkassmus“, „Schwartzer Hummor“, „Originales Geschänk“, „Hudi für Mener“ und natürlich als Flaggschiff: „Ich wollte Tippfehler schreiben, jetzt habe ich einen Flipteller.“ Das wäre gleichzeitig Mode, Sprachkritik und ein stiller Hilferuf an jede Autokorrektur dieser Welt.

Bis dahin findest du bei Funstuff.at weiterhin lustige Shirts, Hoodies, Sweater, Tassen und Designs, nur werden sie dort erschreckenderweise größtenteils richtig geschrieben. Der Shop beschreibt sich selbst ziemlich passend mit „trag, was andere nur denken“ und deckt genau jene Mischung aus Sarkasmus, schwarzem Humor, österreichischem Schmäh und gepflegter Eskalation ab, die diesen ganzen Rechtschreibunfall überhaupt erst möglich macht.

Also egal, ob du nach einem „lustigen Tschirt“, einem „sarkastischen Hudi“, einem „schwartzen Hummor Geschenk“, einer „Kafe Tase“, einem „Östereich Schirt“, einem „Baiker Tshört“ oder einem „originelen Geschänk für Mener“ suchst: Tief im Herzen wissen wir alle, was du meinst. Und falls nicht, hast du vielleicht gerade aus Versehen eine völlig neue Produktkategorie erfunden.

Der Flipteller wartet.

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